Wächst ein Wettbewerber gerade in der KI-Sichtbarkeit, weil er mehr Presse bekommt? Oder holt er über Werbung auf, was ihm an organischer Sichtbarkeit fehlt? Ohne ein gemeinsames Bild lässt sich das nicht beantworten.
Die Brand Scorecard bündelt diese Signale in einer Ansicht, und am Ende in einer einzigen Kennzahl, die zeigt, wo eine Marke gegenüber ihrer Konkurrenz insgesamt steht.
Vier Module, eine Kennzahl: was die Brand Scorecard zusammenführt
Die Scorecard setzt sich aus vier eigenständigen Modulen zusammen, die jedes für sich schon eine eigene Disziplin sind:
Werbung. Welche Anzeigen schaltet die Konkurrenz gerade auf Meta, seit wann, mit welcher Reichweite und Demografie laut EU-DSA-Daten?
KI-Sichtbarkeit. Wird die Marke genannt, wenn ChatGPT, Perplexity, Claude oder Gemini nach Empfehlungen in ihrer Kategorie gefragt werden, und an welcher Stelle, im Vergleich zur Konkurrenz?
Suchmaschinen. Dieses Modul prüft, ob die Marke bei Google erkannt wird: in den organischen Treffern und in Googles KI-Antworten über den eigentlichen Ergebnissen.
Presse. Erwähnungen im redaktionellen Umfeld, gezählt und nach Resonanz gewichtet, im Vergleich zur Konkurrenz.
Für die ersten beiden Achsen gibt es eigene Vertiefungen: Wie sich die Werbedaten aus der Meta Ad Library lesen lassen, zeigt der Beitrag Meta Ad Library für DACH-Shops; was KI-Sichtbarkeit von klassischem SEO unterscheidet, der Beitrag Was ist GEO und AEO?.
Jedes Modul liefert für sich eine Teilantwort. Erst zusammen zeigen sie, ob ein auffälliger Wert in einem Modul isoliert dasteht oder mit einer Entwicklung in einem anderen Modul zusammenhängt.
Wie der Wettbewerbsindex entsteht
Aus allen vier Modulen errechnet Rivly eine einzige Kennzahl, den Rivly-Wettbewerbsindex, auf einer Skala von 0 bis 100: KI-Sichtbarkeit mit 50 Prozent, Suchsichtbarkeit mit 35 Prozent, Werbung mit 10 Prozent, Presse mit 5 Prozent. Das Suchmaschinen-Modul zählt als Ihr Anteil an der Suchnachfrage: jede Suchanfrage mit ihrem Suchvolumen und der üblichen Klickrate Ihrer Position, von 28 Prozent der Klicks auf Platz 1 bis 2 Prozent auf Platz 10. Der Maßstab ist dort die stärkste andere Marke, mindestens 2 Prozent der Nachfrage. Die Logik dahinter ist bewusst einfach nachvollziehbar, nicht als Blackbox gedacht: Jedes Modul wird zunächst relativ zum stärksten beobachteten Wettbewerber normiert, erreicht die eigene Marke denselben Wert wie der stärkste Wettbewerber, steht das Modul bei 100. Die Modul-Werte fließen anschließend gewichtet in den Gesamtindex ein.
Ein Rechenbeispiel zur Veranschaulichung, keine echten Werte: Liegt eine Marke im KI-Sichtbarkeits-Modul bei 41 von 100 relativ zum stärksten Wettbewerber, im Suchmaschinen-Modul bei 30, im Werbe-Modul bei 50 und im Presse-Modul bei 25, ergibt die gewichtete Zusammenführung 41 × 0,50 + 30 × 0,35 + 50 × 0,10 + 25 × 0,05, also einen Gesamtindex von 37. Fehlt ein Modul, etwa weil noch zu wenige Presse-Erwähnungen vorliegen, um belastbar zu vergleichen, wird es aus der Berechnung herausgenommen und die übrigen Gewichte entsprechend neu verteilt, statt das fehlende Modul mit null zu bewerten. Eine dünne Datenlage soll den Index nicht künstlich nach unten drücken.
Der Gesamtindex wird zusätzlich in drei Bänder eingeordnet:
| Band | Bereich | Bedeutung |
|---|---|---|
| Im Rückstand | 0-39 | Deutliche Lücke zum stärksten Wettbewerber |
| Im Mittelfeld | 40-69 | Teilweise aufgeholt, noch spürbarer Abstand |
| Vorne dabei | 70-100 | Nah dran oder gleichauf mit dem stärksten Wettbewerber |
Dieselbe Bänder-Logik gilt auch für jedes einzelne Modul, sodass Sie auf einen Blick sehen, in welchem Modul die eigentliche Lücke liegt, statt nur eine einzelne Gesamtzahl zu haben.